Rezension „Deine Liebe war Gift“ von Luise Lindemann

Klappentext:
„Unmöglich, wie du dich heute Abend bei unserern Freunden wieder aufgeführt hast! Sie haben gesagt, dass sie dich zum Kotzen finden.“ Solche Sätze hört Luise ständig. Dass sie gelogen sind, kann sie längst nicht mehr erkennen. Ihr Mann Jürgen ist süchtig danach, Macht über Luise zu haben und manipuliert sie seit Jahren perfide. Luise fühlt sich klein und wertlos, sie traut ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr. Erst als Jürgen seinen Psychoterror auf die Kinder ausweitet, besiegt die Mutterliebe ihre Angst und Luise wagt den Absprung in ein neues Leben.
Fazit:
Für alle, die schon einmal Ähnliches erlebt haben oder gerade erleben, ist das Buch starker Tobak. Doch es macht Mut! Es zeigt, dass man aus seiner prekären Lage heraus kann, dass es möglich ist, den Absprung zu schaffen und alles hinter sich zu lassen. Die Autorin zeigt nicht nur ihre Vergangenheit, sondern auch einen Weg auf. Nicht jeder ist so mutig, aber man sollte auch niemanden verurteilen, der in solch einer Beziehung lebt. Es ist nämlich nicht einfach, da raus zu kommen. Ich selbst habe es jahrelang versucht, da ich in einer ähnlichen Beziehung gelebt habe. Aus dem Grund hat mich das Buch auch ziemlich aufgewühlt, mir kamen mehr als einmal die Tränen beim Lesen. Aber man sollte dieses Buch nicht nur lesen, wenn man persönlich betroffen ist. Jeder sollte es lesen. So entwickelt sich vielleicht eine Art Feingefühl, für Betroffene im eigenen Umfeld. Nur allzu schnell hat man den Satz „Dann verlasse ihn doch“ eventuell schon einmal ausgesprochen, ohne zu wissen, wie schwer dies eigentlich ist… Und noch etwas muss ich sagen – Ich bin stolz auf die Autorin. Nicht nur, weil sie den Absprung geschafft hat, sondern weil sie dieses Buch geschrieben hat. Weil dieses Thema wichtig ist und nur allzu oft totgeschwiegen wird. Beide Daumen hoch von mir und… unbedingt lesen.

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